Kölnische Rundschau – 19.11.2008 – Nr. 271 – Kultur S.9

Keine Angst vor Pink, Rot und Violett

Der ungarische Maler Attila Szücs stellt in der Galerie Walderdorff aus

Renoirhaft weich malt Attila Szücs. Dazu braucht es nicht viele 
Figuren oder Gegenstände. Es kann eine Tür sein, nur ein weißes 
Türblatt, verzaubert durch latentes Violett und leicht verdämmerndem 
Grün, mit einer Klinke, die das konkret werden lässt, was eigentlich 
reine Magie ist. Sicher, manche dieser Farb-in-Farb-Bilder sind mit 
einem kleinen Schockerlebnis verbunden: etwa die drei in knallfabenem 
Pink schwimmenden Mädchen in einem Rotbild, ebenfalls zu sehen in der 
Galerie Emmanuel Walderdorff.

Das Licht ist eigentliches Thema des 1967 geborenen Künstlers, der in 
Budapest studiert hat und inzwischen selbst an der dortigen 
Kunsthochschule unterrichtet. Zwei Häuserkuben, allerdings türen- und 
(fast) fensterlos, werden von zwei kleinen Scheinwerferkästchen 
angestrahlt. Ein Haus verschwindet im gelbgrünen Schimmer, das andere 
in Pink; und eben diese Farben breiten sich zart vergehend auf den 
dunklen Bildgrund aus. Die sparsamen Formen erinnern an den Stil des 
Italieners Giorgio Morandi.

Ein schlichter Papierstapel scheint von innen heraus zu glühen, die 
einzelnen Blätter leuchten bis in ein glühendes Rot hinein. 
Pinselspuren und Spachtelzüge bleiben mehr oder weniger erkennbar. 
Eine simple Stehleiter scheint mit einer Lichterkette geschmückt; die 
Kette selbst sieht man nicht, nur die farbigen Lichtbüschel umspielen 
die helle Leiter in feinsten Nuancen. Ebenso sparsam sind die Figuren 
auf den Bildern platziert. Meist sind es zwei Männer, und ihre 
Beziehung zueinander bleibt stets rätselhaft. Sie werden als 
Halbfiguren wiedergegeben, von irgendetwas verdeckt, in irgendetwas 
eintauchend.
Kann sein, dass sich da in dem Sfumato eine Spur Pathos verbirgt, 
doch zunächst ist es wunderbare Malerei, die jeden Quadratzentimeter 
im Bild durchgeformt hat. Die Preise reichen von 1700 Euro für ein 35 
× 50 Zentimeter großes Format bis zu 6600 Euro für ein 140 × 190 
Zentimeter großes Bild.

Heidrun Wirth